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Garms, Borkowski und die anderen

Schriftzug von Schaplers Buchhandlung

Teil ❷ ▶︎ Bücher und Zeitungen prägten im 19. und 20. Jahrhundert auch im Kreis Deutsch Krone das gesellschaftliche Leben. Der folgende Aufsatz, der zuerst 2025 in polnischer Sprache in den »Wałeckie Zeszyty Muzealne« (Band 3) erschien, berichtet von den Buchhändlern, Buchdruckern und Buch- und Zeitungsverlegern, die in der Stadt Deutsch Krone (heute Wałcz) wirkten und lebten. Der vorliegende zweite Teil schildert die Entwicklung bis ins Jahr 1910.

Buchhändler und Verleger in Deutsch Krone 1833-1945

III. Ziebarth und Schultz

Die mit der Baugewerkschule verbundenen Hoffnungen waren auch der Grund dafür, dass im Juni 1878 eine zweite Buchhandlung im Ort entstand. Ihr Begründer war Fritz Ziebarth, der 1846 als Sohn eines Schullehrers und Organisten in Preußisch Stargard [heute: Starogard Gdański] geboren wurde.1Evangelische Stadt-Gemeinde zu Pr. Stargardt: Tauf-Register (1826-1872), In: Evangelisches Zentralarchiv Berlin, Signatur EZA 980/7097, Blatt 189 Rückseite. Ziebarth war evangelischer Konfession und mit Elise Amalie geborene Clemens verheiratet. In Deutsch Krone kam am 15. Januar 1880 der gemeinsame Sohn Otto Fritz zur Welt.2Urząd Stanu Cywilnego w Wałczu: Akta zbiorcze urodzen … a. a. O., S. 503-504.

Ziebarth bewarb die Eröffnung seiner Buchhandlung mit einer großformatigen Anzeige im »Börsenblatt«, in der er auf eine 16-jährige Erfahrung im Buchhandel verwies. Er versicherte, über »ausreichende pecuniäre Mittel« zu verfügen und nannte unter seinen Referenzen Tätigkeiten in den Buchhandlungen von Friedrich Ebbecke in Lissa [heute: Leszno], Ernst Lambeck in Thorn [Toruń] und Bruno Meyer in Königsberg [polnisch: Królewiec].3Geschäftliche Einrichtungen, Veränderungen u. s. w. In: Börsenblatt, Nr. 136 vom 14.06.1878, S. 2317. Dort auch die weiteren Angaben und Zitate. Der thematische Schwerpunkt seiner Buch- und Musikalienhandlung, in auch Schreibmaterialien und Schulutensilien gehandelt wurden, geht aus der Anzeige deutlich hervor:

»Novitäten aus dem Gebiete der Bauwissenschaft und Maschinenkunde sind mir in einfacher Anzahl unverlangt willkommen; aus allen übrigen Fächern der Literatur wähle ich selbst […]«

Eröffnungsanzeige von Ziebarths Buchhandlung im Börsenblatt vom 14. Juni 1878

Offenbar gelang es Ziebarth sehr bald, sich in Deutsch Krone mit einem eigenen Kundenkreis zu etablieren, der sich freilich aus dem gleichen Beamten- und Akademiker-Milieu speiste wie die Kundschaft der Garms’schen Buchhandlung. Letztere blieb zudem führend – das belegen die Suchanzeigen, die beide Handlungen regelmäßig im Auftrag ihrer Kunden im »Börsenblatt« schalteten. Garms hatte dabei nicht nur zahlenmäßig die Nase vorn, auch die thematische Spannweite seiner Gesuche war größer. Seine Anfragen reichten von der aktuellen Belletristik (u. a. Gustav Freytag4Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 91 vom 18.04.1878, S. 1576., Friedrich Wilhelm Hackländer5Ebenda., Paul Heyse6Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 221 vom 23.09.1878, S. 3729., E. Marlitt7Ebenda., E. Werner8Ebenda.), über Tiermedizin9Beispielsweise L. Wagenfeld: Enzyklopädie d. Thierheilkunde. In: Börsenblatt, Nr. 234 vom 8.10.1880, S. 4163., Jura10Beispielsweise C. F. Koch: Allgemeines Landrecht. – Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 89 vom 19.04.1883, S. 1726., Mathematik11Beispielsweise G. von Vega: Logarithmentafeln. – Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 95 vom 26.04.1879, S. 1636., Physik12Beispielsweise K. Koppe: Die Planimetrie für den Schul- und Selbst-Unterricht. – Ebenda., Musik13Beispielsweise A. B. Marx: Kompositionslehre. – Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 215 vom 16.09.1878, S. 3601., Geschichte14Beispielsweise C. Wernicke: Die Geschichte der Welt. – Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 170 vom 25.07.1879, S. 2920., Religion15Beispielsweise H. Hupfeld: Die Psalmen. – Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 97 vom 28.04.1882, S. 1860. bis hin zu Lexika16Beispielsweise Meyers Conversationslexikon.– Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 215 vom 16.09.1878, S. 3601., Wörterbüchern17Beispielsweise V. C. F. Rost: Griechisch-Deutsches und Deutsch-Griechisches Wörterbuch, – Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 90 vom 20.04.1882, S. 1724. und Sprachfibeln18Beispielsweise A. Haesters: Fibel. – Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 95 vom 26.04.1879, S. 1636.. Ziebarths Anfragen fokussierten sich hingegen im Wesentlichen auf die Bereiche Physik19Beispielsweise L. Burmester: Elemente einer Theorie der Isophoten.Suchanzeige der Buchhandlung F. Ziebarth. In: Börsenblatt, Nr. 146 vom 28.06.1881, S. 2740., Mathematik20Beispielsweise: O. Schlömilch: Studium der höheren Analysis. – Suchanzeige der Buchhandlung F. Ziebarth. In: Börsenblatt, Nr. 168 vom 22.07.1880, S. 2996., Jura21Beispielsweise H. G. Heumann: Handlexicon zu den Quellen des römischen Rechts.Suchanzeige der Buchhandlung F. Ziebarth. In: Börsenblatt, Nr. 213 vom 14.09.1880, S. 3748. und Sprachwissenschaften22Beispielsweise F. Ellendt/M. Seyffert: Lateinische Grammatik. – Suchanzeige der Buchhandlung F. Ziebarth. In: Börsenblatt, Nr. 84 vom 13.04.1880, S. 1520.. Bautechnische Literatur fehlt in den Gesuchen beider Buchhandlungen, denn auch Garms hatte im Mai 1878 um die unaufgeforderte Lieferung »bauwissenschaftliche Werke neuerer oder neuester Zeit« gebeten.23Anzeige. In: Börsenblatt, Nr. 117 vom 21.05.1878, S. 2016.

Es fällt auf, dass in den Suchwünschen Garms und Ziebarths die zeitgenössische Weltliteratur nicht vorkommt und überhaupt Werke demokratischer oder liberaler Autoren fehlen. Der literarische Geschmack in der Stadt war sichtbar national und konservativ. Eine Abweichung gab es aber: Im Jahr 1879 suchte Ziebarth im »Börsenblatt« die Schriften des katholischen Autors und Priesters Conrad von Bolanden (eigentlich Joseph Eduard Konrad Bischoff, 1828-1920).24Suchanzeige der Buchhandlung F. Ziebarth. In: Börsenblatt, Nr. 250 vom 28.10.1879, S. 4388. Der galt als »Preußenfresser«25N. Detering: Die Kunst der Einfalt. Märtyrer und Legenden im bürgerlichen Zeitalter der Literatur, Konstanz 2024, S. 278. und seine ultramontanen Tendenzromane waren während des Kulturkampfs mitunter beschlagnahmt worden. Interessant ist auch, dass Ziebarth und Garms übereinstimmend die Werke des plattdeutschen Dichter Fritz Reuter nachfragten.26Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 8 vom 8.01.1880, S. 93 und Suchanzeige der Buchhandlung F. Ziebarth. In: Börsenblatt, Nr. 284 vom 7.12.1880, S. 5296.

Im November 1883 entstand in Deutsch Krone eine dritte Buchhandlung, eine zweite Buchdruckerei und ein zweiter Zeitungsverlag. Inhaber aller drei Unternehmungen war Emil Schultz (Lebensdaten unbekannt), der bereits zwei Jahre zuvor unter der Firma »Schultz & Berger« in Kallies [heute: Kalisz Pomorski] eine Buchhandlung mit angeschlossenem Zeitungsverlag eröffnet hatte.27Gesammt-Verlags-Katalog des Deutschen Buchhandels, Band Ⅵ: Jauer-Leer, Münster i. W., 1881, Spalte 185/186. Nach der Trennung von Berger im Jahr 1882 führte Schultz die Geschäfte – darunter auch die zweimal wöchentlich erscheinende »Callieser Zeitung« – allein fort. Das Programm der Zeitung, die auch für Märkisch Friedland [heute: Mirosławiec], Neuwedell [Drawno] und Reetz [Recz] gedacht war, umriss er im Januar 1882 wie folgt:

»Die ›Callieser Zeitung‹ bringt allgemein verständliche Leitartikel, eine politische Rundschau, Lokal- und Provinzialnachrichten, Gemeinnütziges, Vermischtes, Lotterie-Gewinnlisten, Marktberichte sowie ein gut gewähltes Feuilleton etc.«28Abonnements-Einladung. In: Kreis-Blatt für den Kreis Bublitz, Nr. 1, 4.01.1882, S. [4].

Im Jahr 1883 verlagerte Schultz Buchhandlung und Verlag nach Deutsch Krone, wo er seine Zeitung nun drei Mal wöchentlich unter verschiedenen Titeln für die Städte Kallies, Neuwedell, Deutsch Krone und später auch Schloppe herausgab. Die Ausgabe für Deutsch Krone hieß »Stadt- und Landbote«29Die deutsche Presse. … a. a. O., S. 45. – Die weiteren Titeln waren: »Callieser Zeitung«, »Schlopper Zeitung«, »Neuwedeller Stadt- und Landbote«., womit sich Schultz einen alten Titel von Garms aneignete. Das Abonnement der Zeitung kostete lediglich 80 Pfennig im Vierteljahr, wohingegen Garms für die »Deutsch-Kroner Zeitung« eine Mark verlangte.30Preisliste der durch das Kaiserliche Post-Zeitungsamt in Berlin […] im Jahre 1888 zu beziehenden Zeitungen, Berlin 1888, S. 47.

Die Buchhandlung und -druckerei von Emil Schultz um 1910.

Anfangs war Schultz’ mit seiner Neugründung durchaus erfolgreich: Im Jahr 1885 erreichten seine vier Zeitungstiteln eine Auflage von 1200 Exemplaren, während die »Deutsch-Kroner Zeitung« auf 1800 Exemplare kam.31Die deutsche Presse … a. a. O., S. 45. Für das Jahr 1887 werden für die beiden Verlage 875 (Schultz) und 1600 Exemplare (Garms) genannt.32Zeitungs-Catalog, Annoncen-Expedition Rudolf Mosse, 21. Auflage, Berlin 1887, S. 13. Im Jahr 1893 erreichte die »Deutsch-Kroner Zeitung« 2050 Exemplare, für die Titel von Schultz fehlen Auflagenzahlen.33Adressbuch des Deutschen Buchhandels, 55. Jahrgang, Leipzig 1893, S. 157. Im Jahr 1902 hatte Garms seinen Vorsprung ausgebaut: Seine Zeitung kam auf »bis zu 2500« Exemplare, während Schultz’ Titel auf 600 gefallen waren, von denen 200 auf Schloppe entfielen.34J. Kürschner: Handbuch der Presse, Berlin, Eisenach, Leipzig 1902, S. 252. Aus Kallies, Neuwedell und Märkisch Friedland war er durch neugegründete Lokalblätter verdrängt worden.

Franz Garms konnte sich also gegen die Konkurrenz auf dem Zeitungsmarkt behaupten, aber dessen zunehmende Zersplitterung hemmte doch die Entwicklung des eigenen Unternehmens. Der Wissenschaftler Fritz Schultz – 1889 als Sohn von Emil Schultz in Deutsch Krone geboren – wies 1913 darauf hin, dass Kleinzeitungen bis zu einer Auflage von 3000 Exemplaren meist wenig rentabel waren. Er schrieb:

»Der Kleinzeitungsbetrieb besteht immer zusammen mit einer Akzidenzdruckerei und fast allgemein mit einem Ladengeschäft, wo man Papier, Schulbücher, Galanteriewaren, Ansichtskarten usw. kaufen kann.«35F. Schultz: Die politische Tagespresse Westpreußens, Deutsch Krone 1913, S. 52. Dort auch das folgende Zitat.

Die Herausgabe der Zeitung diente diesen Druckereien meist nur »zur besseren Ausnützung des für die Akzidenzen sowieso erforderlichen Schriften- und Maschinenenmaterials und gleichzeitig als Reklamemittel für das eigene Unternehmen«. Die »Deutsch-Kroner Zeitung« warf immerhin genug ab, dass Franz Garms einen verantwortlichen Redakteur mit der Erstellung des journalistischen Inhalts betrauen konnte – 1902 war das Gerhard Hüttner –, Emil Schultz war hingegen Verleger, Drucker und Redakteur seiner Zeitungen in einer Person.36J. Kürschner: Handbuch … a. a. O., S. 252.

Auch die Buchhandlung, die Schultz nebst angeschlossener Schreibwarenhandlung in Deutsch Krone führte, stellte für die bereits etablierten Unternehmen von Garms und Zie­barth sicherlich keine bedrohliche Konkurrenz dar, schmälerte jedoch deren Umsatz. Alle drei Unternehmen waren auf die gleiche evangelisch-konservative Elite fokussiert und führten ihre Geschäfte zudem in unmittelbarer Nachbarschaft: Im Jahr 1902 saß Garms auf der Königstraße 131, Schultz auf der Königstraße 120.37Ebenda. Für Ziebarths Buchhandlung ist 1905 die Adresse Königstraße 32 nachgewiesen,38Offizielles Adressbuch des Deutschen Buchhandels, 67. Jahrgang, Leipzig 1905, S. 512. Das Hotel »Deutsches Haus« hatte damals die Hausnummer 39. sie lag also schräg gegenüber der Einmündung zur Poststraße im unteren Teil der Königstraße.

Die Garms’sche Buchhandlung in den Jahren vor dem 1. Weltkrieg.

Am 28. November 1888 starb Peter August Garms, der Begründer des Unternehmens, in Deutsch Krone.39T. Clark: Stammbaum Peter Augustus Garms … a. a. O. Mit dem Beginn der 1890er Jahre widmete sich sein Sohn Franz einer Beschäftigung, die fern vom Buchhandel und vom Zeitungsgewerbe lag: Er züchtete Rassehunde. Auf dem großen Grundstück der Familie, das von der Königstraße entlang des Poetensteigs bis zum Schlosssee reichte, errichtete er den Zwinger »Corona«, der bald zu einer bekannten Adresse avancierte. Gezüchtet wurden vor allem kurzhaarige Bernhardiner »mit vornehmen Stammbaum«,40Anzeige. In: Der Gesellige, Nr.. 217, Graudenz, 15.09.1899, 2. Blatt, S. [3]. aber 1893 bot Garms auch einen schwarzen und einen roten Teckel, acht Foxterrier und den Affenpinscher »Schnaps« zum Verkauf.41Anzeige. In: Deutsches Adelsblatt. Wochenschrift für die Aufgaben des christlichen Adels, 11. Jahrgang, Nr. 27, Berlin, 2.07.1893, S. 535. Im Jahr 1891 gehörte Garms zu den Mitbegründern des »St. Bernhards-Klub« in München,42Mitgliederliste. In: Bernhardiner-Stammbuch [Hrsg. vom St. Bernhards-Klub], Band Ⅰ, München 1894, S. 31. an dessen Hundeschauen er sich mit Erfolg beteiligte (z. B. zweiter Preis in Graudenz [heute Grudziądz] 189643Prämiirungslisten der St. Bernhardshunde. In: Bernhardiner-Stammbuch [Hrsg. vom St. Bernhards-Klub], Band Ⅱ, München 1897, S. 56.) und in dessen Vorstand er später gewählt wurde.44Mittheilungen des St. Bernhards-Klub, Ⅰ. Jahrgang, Nr. 1, München, Mai 1903, S. 20. Im Jahr 1897 erschien in der Zeitschrift »Hunde-Sport und Jagd« ein Porträt seiner Bernhardiner-Zucht, indem es hieß:

»Im hohen Nordosten Deutschlands ist Herr Fr. Garms in Deutsch-Krone wohl der älteste Züchter dieser Rasse und sein Material ein dort nicht übertroffenes. Es besteht aus fünf Rüden und fünf Hündinnen.«45Hunde-Sport und Jagd, Band Ⅻ, Nr. 50, München, 9.12.1897, S. 1062.

Franz Garms mit seiner Bernhardinerzucht im Jahr 1897

IV. Schapler und Brümmer

Während Garms sich der Hundezucht widmete, erlebte der Buchhandel in Deutsch Krone erhebliche Veränderungen. Bereits im April 1893 hatte Fritz Ziebarth seine Buchhandlung an Arthur Schapler verkauft, der von nun an als »F. Ziebarth’s Buchhandlung (A. Schapler)« firmierte.46Bekanntmachung des Amtsgerichts Deutsch Krone. In: Berliner Börsen-Courier, Nr. 176, 3. Beilage vom 15.04.1893, S. [4]. Am 1. Juli 1894 eröffnete Otto Brümmer in der knapp 7200 Einwohner47Gemeindelexikon für die Provinz Westpreußen, Berlin 1898, S. 172. zählenden Stadt ein viertes Buchgeschäft.48Offizielles Adressbuch des Deutschen Buchhandels … a. a. O., S. 57. Über den weiteren Verbleib des erst 46-jährigen Zie­barth fehlt jede Kunde und auch die Lebensdaten von Schapler sind nicht bekannt. In einer Anzeige im »Börsenblatt« hieß es nur, er stamme aus Thorn und sei vor dem Kauf im Buchhandel in Danzig, Elbing und Marburg tätig gewesen.49Mitteilung. In: Börsenblatt, Nr. 78 vom 6.04.1893, Seite 2125. Nach Erinnerungen von Familienmitgliedern heiratete er später eine Schwester von Ernst Weise (ermordet 1945), dem Besitzer von Gut Marienfelde bei Schrotz [heute: Klęśnik bei Skrzatusz].50Heimische Gutshäuser. In: Deutsch Kroner und Schneidemühler Heimatbrief, 19. Jahrgang, Nr. 3, Hannover, März 1969, S. 6. Otto Brümmer war hingegen von Beruf Buchbinder und wurde am 25. Dezember 1866 in Tempelburg [heute: Czaplinek] geboren,51Standesamt Berlin: Heirats-Register (Haupt-Register) Standesamt Berlin 4A 1926, Bd. 2. In: Landesarchiv Berlin, Signatur P Rep 500, Heiratsurkunde Nr. 377 vom 24.06.1926. wo im Jahr 1898 eine Papier- und Schreibwarenhandlung von August Brümmer bestand.52Papier-Adressbuch von Deutschland, Berlin 1898, S. 368. Er starb am 23. Oktober 1945 in Berlin.53Standesamt Berlin: Sterbebuch Standesamt Kreuzberg 1945, Band 21. In: Landesarchiv Berlin, Signatur P Rep. 510, Sterbeurkunde Nr. 12320 vom 23. Oktober 1945.

Die vier Buchhandlungen der Stadt hatten unterschiedliche geschäftliche Schwerpunkte, die sich u. a. in den »Adressbüchern des Buchhandels« widerspiegeln:

  • Otto Brümmer führte auf der Königstraße 122 zunächst eine Sortimentsbuchhandlung,54Offizielles Adressbuch des Deutschen Buchhandels … a. a. O., S. 57. die sich vor allem der modernen naturalistischen Literatur widmete.55T. Soorholtz: »Jecke« z Wałcza. In: Studia i materiały do dziejów ziemi wałeckiej, Nr. 14, Wałcz 2023, S. 91. Bis 1914 erweiterte das Geschäft um einen Kalenderverlag sowie den Saitenhandel und benannte nun als »Spezialgebiet […] katholische und protestantische Gebet-, Gesang- und Erbauungsbücher«;56Adressbuch des Deutschen Buchhandels, Leipzig 1914, S. 73.
  • Franz Garms bediente traditionell den Gesamtbereich des Buch-, Kunst-, Musik- und Papierhandels mit Buchdruckerei, Buchbinderei und Verlag.57Offizielles Adressbuch des Deutschen Buchhandels … a. a. O., S. 134. Dort auch die weiteren Angaben. Den Markenkern des Unternehmens bildete die Herausgabe der »Deutsch-Kroner Zeitung«, die 1905 eine Auflage von 2350 Exemplaren erreichte. Hinzu kamen eigene Buchveröffentlichung wie die »Geschichte des Kreises Deutsch-Krone« von Franz Schultz im Jahr 1902, der Druck des offiziellen »Kreisblattes«, der jährlichen Programme des Gymnasiums sowie ab 1912 des ebenfalls jährlichen »Heimatkalenders«;
  • Arthur Schapler firmiert im Adressbuch von 1905 als Buch-, Kunst‑, Musik- und Schreibmaterialhandlung nebst Buchbinderei;58A. a. O., S. 512. – Die Kombination aus Buchhandel und -binderei war sinnvoll, weil zur damaligen Zeit viele Bücher ohne Einband verkauf wurden.
  • Das Unternehmen von Emil Schulz wird im Adressbuch von 1905 als Buchhandlung, Buchdruckerei und Zeitungsverlag geführt.59A. a. O., S. 405. Es verlegte immer noch den »Deutsch Kroner Stadt-und Landboten«, aber im Zentrum seines Geschäfts stand zweifellos die Akzidenzdruckerei.

Mit vier Buchhandlungen und zwei Zeitungsverlagen war Deutsch Krone um die Jahrhundertwende gewiss nicht schlechter ausgestattet als vergleichbare Städte im Westen Deutschlands. Die veröffentlichte Meinung zeichnete jedoch häufig das Bild einer weitgehend kulturlosen Region. So schrieb die Publizistin Käthe Schirmacher im Jahr 1892:

»Ein plattes Land mit dürftigem Kiefernwuchs, bedeckt von haidegrauem Moos, in dem höchstens ein paar Hasen ihre Sprünge machen; das Land von Konitz, Flatow und Deutsch-Krone, wo sich manche Kreisstädte noch nicht im Besitz einer Buchhandlung, einer Zeitung befinden […]«60K. Schirmacher: Danzig. In: National-Zeitung, Nr. 401, Sonntags-Beilage, Berlin, 3.07.1892, S. [1].

Zwischen 1896 und 1907 betätigte sich Schapler auch als Verleger, wobei er sich zunächst auf Unterrichtsmaterialien für die Baugewerkschule konzentrierte. Dieses Geschäftsfeld war offenbar lohnend, denn schon 1891 hatte Franz Garms einen »Katechismus für Baumaterialienkunde« des Bauschullehrers Friedrich Haaßengier herausgegeben.61Vierteljahrs-Catalog aller neuen Erscheinungen im Felde der Literatur in Deutschland, 45. Jahrgang, Nr. Ⅳ, Leipzig 1890, S. 778. In Zusammenarbeit mit dem Architekten und Baulehrer Martin Meyer legte Schapler in den Jahren 1896 bis 1900 vier Mappenwerke vor,62Die Titel lauten: Der Bau hölzerner Treppen (1896), Thüren und Fenster (1896); Die Arbeiten des Bautischlers (1900) und Eisenkonstruktion des Hochbaues (1900). die von der Kritik gut aufgenommen wurden. Über den Titel »Der Bau hölzerner Treppen« (1896) urteilte ein Wiener Fachblatt:

»Diese reichhaltige Sammlung von Treppen-Entwürfen ist mit ebensoviel Geschick als Geschmack zusammengestellt, die Constructionen sind überaus klar und genau bezeichnet. […] Das Werk ist ein sehr werthvolles Studienmaterial.«63Neueste Erfindungen und Erfahrungen [Hrsg. v. Theodor Koller], 23. Jahrgang 1896, Wien, Pest, Leipzig 1897, S. 516.

Ähnlich positiv wurde die zweite Mappe »Thüren und Fenster« aufgenommen, die ebenfalls 1896 in Deutsch Krone erschien:

»Die 18 Blatt enthalten eine grosse Anzahl durchaus sauber gezeichneter Thür- und Fensterconstructionen und wir müssen gestehen, dass trotz des verhältnissmässig geringen Umfangs ausserordentlich viel geboten ist und dass das Werkchen unstreitig zu den besten einschlägigen Publicationen zählt.«64Innerer Ausbau. In: Literarische Rundschau des »Bautechniker«, Nr. 12, Wien, 20.12.1895, S. 11.

Zwischen 1896 und 1900 verlegte Ziebarth mehrere Mappenwerke des Baugewerkslehrers Martin Meyer.

Weniger Erfolg hatte Schapler mit dem Titel »Geschichte und Methodik des katholischen Religionsunterrichts«, den 1907 der Seminarlehrer Clemens Rohbeck in seinem Verlag veröffentlichte. Das Buch war als Lehrbuch für das katholische Schullehrerseminar gedacht, das seit dem Jahr 1900 in Deutsch Krone bestand, erhielt aber schlechte Kritiken:

»Man verlangt von einem Lehrbuch keine Kenntnisse, die auf Quellenstudien beruhen; immerhin sollten sie aber doch das Ergebnis der sekundären Literatur darstellen. Diese Kenntnisse fehlen streckenweise dem Verfasser.«65F. X. Thalhofer: Katholische Katechese. In: Historisch-pädagogischer Literatur-Bericht über das Jahr 1907, Berlin 1908, S. 104.

Mit Rohbecks Lehrbuch stellte Schapler seine Verlagsaktivitäten ein. Am 1. März 1910 veräußerte er sein gesamtes Unternehmen an Ottomar Borkowski, der allerdings den Namen »A. Schapler’s Buchhandlung« bis 1943 beibehielt.66Wöchentliche Einrichtungen und Veränderungen. In: Börsenblatt, Nr. 70/71 vom 25.03.1943, S. [14]. Die Firma wurde auf »Buchhandlung Ottomar Borkowski« geändert.

Anmerkungen

  • 1
    Evangelische Stadt-Gemeinde zu Pr. Stargardt: Tauf-Register (1826-1872), In: Evangelisches Zentralarchiv Berlin, Signatur EZA 980/7097, Blatt 189 Rückseite.
  • 2
    Urząd Stanu Cywilnego w Wałczu: Akta zbiorcze urodzen … a. a. O., S. 503-504.
  • 3
    Geschäftliche Einrichtungen, Veränderungen u. s. w. In: Börsenblatt, Nr. 136 vom 14.06.1878, S. 2317. Dort auch die weiteren Angaben und Zitate.
  • 4
    Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 91 vom 18.04.1878, S. 1576.
  • 5
    Ebenda.
  • 6
    Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 221 vom 23.09.1878, S. 3729.
  • 7
    Ebenda.
  • 8
    Ebenda.
  • 9
    Beispielsweise L. Wagenfeld: Enzyklopädie d. Thierheilkunde. In: Börsenblatt, Nr. 234 vom 8.10.1880, S. 4163.
  • 10
    Beispielsweise C. F. Koch: Allgemeines Landrecht. – Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 89 vom 19.04.1883, S. 1726.
  • 11
    Beispielsweise G. von Vega: Logarithmentafeln. – Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 95 vom 26.04.1879, S. 1636.
  • 12
    Beispielsweise K. Koppe: Die Planimetrie für den Schul- und Selbst-Unterricht. – Ebenda.
  • 13
    Beispielsweise A. B. Marx: Kompositionslehre. – Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 215 vom 16.09.1878, S. 3601.
  • 14
    Beispielsweise C. Wernicke: Die Geschichte der Welt. – Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 170 vom 25.07.1879, S. 2920.
  • 15
    Beispielsweise H. Hupfeld: Die Psalmen. – Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 97 vom 28.04.1882, S. 1860.
  • 16
    Beispielsweise Meyers Conversationslexikon.– Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 215 vom 16.09.1878, S. 3601.
  • 17
    Beispielsweise V. C. F. Rost: Griechisch-Deutsches und Deutsch-Griechisches Wörterbuch, – Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 90 vom 20.04.1882, S. 1724.
  • 18
    Beispielsweise A. Haesters: Fibel. – Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 95 vom 26.04.1879, S. 1636.
  • 19
    Beispielsweise L. Burmester: Elemente einer Theorie der Isophoten.Suchanzeige der Buchhandlung F. Ziebarth. In: Börsenblatt, Nr. 146 vom 28.06.1881, S. 2740.
  • 20
    Beispielsweise: O. Schlömilch: Studium der höheren Analysis. – Suchanzeige der Buchhandlung F. Ziebarth. In: Börsenblatt, Nr. 168 vom 22.07.1880, S. 2996.
  • 21
    Beispielsweise H. G. Heumann: Handlexicon zu den Quellen des römischen Rechts.Suchanzeige der Buchhandlung F. Ziebarth. In: Börsenblatt, Nr. 213 vom 14.09.1880, S. 3748.
  • 22
    Beispielsweise F. Ellendt/M. Seyffert: Lateinische Grammatik. – Suchanzeige der Buchhandlung F. Ziebarth. In: Börsenblatt, Nr. 84 vom 13.04.1880, S. 1520.
  • 23
    Anzeige. In: Börsenblatt, Nr. 117 vom 21.05.1878, S. 2016.
  • 24
    Suchanzeige der Buchhandlung F. Ziebarth. In: Börsenblatt, Nr. 250 vom 28.10.1879, S. 4388.
  • 25
    N. Detering: Die Kunst der Einfalt. Märtyrer und Legenden im bürgerlichen Zeitalter der Literatur, Konstanz 2024, S. 278.
  • 26
    Suchanzeige der Garms’schen Buchhandlung. In: Börsenblatt, Nr. 8 vom 8.01.1880, S. 93 und Suchanzeige der Buchhandlung F. Ziebarth. In: Börsenblatt, Nr. 284 vom 7.12.1880, S. 5296.
  • 27
    Gesammt-Verlags-Katalog des Deutschen Buchhandels, Band Ⅵ: Jauer-Leer, Münster i. W., 1881, Spalte 185/186.
  • 28
    Abonnements-Einladung. In: Kreis-Blatt für den Kreis Bublitz, Nr. 1, 4.01.1882, S. [4].
  • 29
    Die deutsche Presse. … a. a. O., S. 45. – Die weiteren Titeln waren: »Callieser Zeitung«, »Schlopper Zeitung«, »Neuwedeller Stadt- und Landbote«.
  • 30
    Preisliste der durch das Kaiserliche Post-Zeitungsamt in Berlin […] im Jahre 1888 zu beziehenden Zeitungen, Berlin 1888, S. 47.
  • 31
    Die deutsche Presse … a. a. O., S. 45.
  • 32
    Zeitungs-Catalog, Annoncen-Expedition Rudolf Mosse, 21. Auflage, Berlin 1887, S. 13.
  • 33
    Adressbuch des Deutschen Buchhandels, 55. Jahrgang, Leipzig 1893, S. 157.
  • 34
    J. Kürschner: Handbuch der Presse, Berlin, Eisenach, Leipzig 1902, S. 252.
  • 35
    F. Schultz: Die politische Tagespresse Westpreußens, Deutsch Krone 1913, S. 52. Dort auch das folgende Zitat.
  • 36
    J. Kürschner: Handbuch … a. a. O., S. 252.
  • 37
    Ebenda.
  • 38
    Offizielles Adressbuch des Deutschen Buchhandels, 67. Jahrgang, Leipzig 1905, S. 512. Das Hotel »Deutsches Haus« hatte damals die Hausnummer 39.
  • 39
    T. Clark: Stammbaum Peter Augustus Garms … a. a. O.
  • 40
    Anzeige. In: Der Gesellige, Nr.. 217, Graudenz, 15.09.1899, 2. Blatt, S. [3].
  • 41
    Anzeige. In: Deutsches Adelsblatt. Wochenschrift für die Aufgaben des christlichen Adels, 11. Jahrgang, Nr. 27, Berlin, 2.07.1893, S. 535.
  • 42
    Mitgliederliste. In: Bernhardiner-Stammbuch [Hrsg. vom St. Bernhards-Klub], Band Ⅰ, München 1894, S. 31.
  • 43
    Prämiirungslisten der St. Bernhardshunde. In: Bernhardiner-Stammbuch [Hrsg. vom St. Bernhards-Klub], Band Ⅱ, München 1897, S. 56.
  • 44
    Mittheilungen des St. Bernhards-Klub, Ⅰ. Jahrgang, Nr. 1, München, Mai 1903, S. 20.
  • 45
    Hunde-Sport und Jagd, Band Ⅻ, Nr. 50, München, 9.12.1897, S. 1062.
  • 46
    Bekanntmachung des Amtsgerichts Deutsch Krone. In: Berliner Börsen-Courier, Nr. 176, 3. Beilage vom 15.04.1893, S. [4].
  • 47
    Gemeindelexikon für die Provinz Westpreußen, Berlin 1898, S. 172.
  • 48
    Offizielles Adressbuch des Deutschen Buchhandels … a. a. O., S. 57.
  • 49
    Mitteilung. In: Börsenblatt, Nr. 78 vom 6.04.1893, Seite 2125.
  • 50
    Heimische Gutshäuser. In: Deutsch Kroner und Schneidemühler Heimatbrief, 19. Jahrgang, Nr. 3, Hannover, März 1969, S. 6.
  • 51
    Standesamt Berlin: Heirats-Register (Haupt-Register) Standesamt Berlin 4A 1926, Bd. 2. In: Landesarchiv Berlin, Signatur P Rep 500, Heiratsurkunde Nr. 377 vom 24.06.1926.
  • 52
    Papier-Adressbuch von Deutschland, Berlin 1898, S. 368.
  • 53
    Standesamt Berlin: Sterbebuch Standesamt Kreuzberg 1945, Band 21. In: Landesarchiv Berlin, Signatur P Rep. 510, Sterbeurkunde Nr. 12320 vom 23. Oktober 1945.
  • 54
    Offizielles Adressbuch des Deutschen Buchhandels … a. a. O., S. 57.
  • 55
    T. Soorholtz: »Jecke« z Wałcza. In: Studia i materiały do dziejów ziemi wałeckiej, Nr. 14, Wałcz 2023, S. 91.
  • 56
    Adressbuch des Deutschen Buchhandels, Leipzig 1914, S. 73.
  • 57
    Offizielles Adressbuch des Deutschen Buchhandels … a. a. O., S. 134. Dort auch die weiteren Angaben.
  • 58
    A. a. O., S. 512. – Die Kombination aus Buchhandel und -binderei war sinnvoll, weil zur damaligen Zeit viele Bücher ohne Einband verkauf wurden.
  • 59
    A. a. O., S. 405.
  • 60
    K. Schirmacher: Danzig. In: National-Zeitung, Nr. 401, Sonntags-Beilage, Berlin, 3.07.1892, S. [1].
  • 61
    Vierteljahrs-Catalog aller neuen Erscheinungen im Felde der Literatur in Deutschland, 45. Jahrgang, Nr. Ⅳ, Leipzig 1890, S. 778.
  • 62
    Die Titel lauten: Der Bau hölzerner Treppen (1896), Thüren und Fenster (1896); Die Arbeiten des Bautischlers (1900) und Eisenkonstruktion des Hochbaues (1900).
  • 63
    Neueste Erfindungen und Erfahrungen [Hrsg. v. Theodor Koller], 23. Jahrgang 1896, Wien, Pest, Leipzig 1897, S. 516.
  • 64
    Innerer Ausbau. In: Literarische Rundschau des »Bautechniker«, Nr. 12, Wien, 20.12.1895, S. 11.
  • 65
    F. X. Thalhofer: Katholische Katechese. In: Historisch-pädagogischer Literatur-Bericht über das Jahr 1907, Berlin 1908, S. 104.
  • 66
    Wöchentliche Einrichtungen und Veränderungen. In: Börsenblatt, Nr. 70/71 vom 25.03.1943, S. [14]. Die Firma wurde auf »Buchhandlung Ottomar Borkowski« geändert.

Garms, Borkowski und die anderen

Titelseite der Zeitung Der Herold

Teil ❶ ▶︎ Bücher und Zeitungen prägten im 19. und 20. Jahrhundert auch im Kreis Deutsch Krone das gesellschaftliche Leben. Der folgende Aufsatz, der zuerst 2025 in polnischer Sprache in den »Wałeckie Zeszyty Muzealne« (Band 3) erschien, berichtet von den Buchhändlern, Buchdruckern und Buch- und Zeitungsverlegern, die bis 1945 in der Stadt Deutsch Krone (heute Wałcz) wirkten und lebten. Der erste Teil schildert die Entwicklung von den Anfängen bis ins Jahr 1877.

Buchhändler und Verleger in Deutsch Krone 1833-1945

I. Die Anfänge

In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts vervielfachte sich die Produktion und der Absatz von Büchern und anderen Druckwerken in fast allen Ländern Europas.1Die Zahl der Neuerscheinungen stieg in Deutschland von 2529 (1814) auf 8737 (1850), in Frankreich von 2126 (1817) auf 7208 (1850) und in England von 842 (1828) auf 4400 (1850). Buchhandel. In: Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände, Band 3, Leipzig 1851¹⁰, S. 394. Ein Grund dafür waren technische Erfindungen, die den Druckvorgang beschleunigten und verbilligten. Ein anderer war das wachsende Bildungsniveau der Bevölkerung, das mit einer Zunahme der Lesefähigkeit einherging. Waren um 1800 nur 25 Prozent der Europäer in der Lage, einen längeren Text zu rezipieren, so stieg dieser Wert auf rund 40 Prozent im Jahr 1840 an.2R. Schenda: Volk ohne Buch. Studien zur Sozialgeschichte der populären Lesestoffe 1770-1900, Frankfurt/Main 1988³, S. 444 f.

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Anmerkungen

  • 1
    Die Zahl der Neuerscheinungen stieg in Deutschland von 2529 (1814) auf 8737 (1850), in Frankreich von 2126 (1817) auf 7208 (1850) und in England von 842 (1828) auf 4400 (1850). Buchhandel. In: Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände, Band 3, Leipzig 1851¹⁰, S. 394.
  • 2
    R. Schenda: Volk ohne Buch. Studien zur Sozialgeschichte der populären Lesestoffe 1770-1900, Frankfurt/Main 1988³, S. 444 f.

Ein Heim der Hitlerjugend für Tütz

Ein gescheitertes Projekt und seine Hintergründe – Teil 2

Siegel der Stadt Tütz

Teil ➋ ▶︎Seit 1936 bestanden Pläne, in der Kleinstadt Tütz (heute Tuczno in Polen) ein Heim der Hitlerjugend zu errichten. Der nachfolgende Arbeit, die in polnischer Sprache erstmalig im Jahr 2024 unter dem Titel »Dom Hitlerowskiej Młodzieży w Tucznie« im Band II des Jahrbuchs »Wałeckie Zeszyty Muzealne« erschien, berichtet anhand überlieferter Akten von diesem Projekt. Der vorliegende zweite Teil behandelt die Jahre 1938-1941.

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Ein Heim der Hitlerjugend für Tütz

Ein gescheitertes Projekt und seine Hintergründe – Teil 1

Siegel der Stadt Tütz

Teil ➊ ▶︎Seit 1936 bestanden Pläne, in der Kleinstadt Tütz (heute Tuczno in Polen) ein Heim der Hitlerjugend zu errichten. Der nachfolgende Arbeit, die in polnischer Sprache erstmalig im Jahr 2024 unter dem Titel »Dom Hitlerowskiej Młodzieży w Tucznie« im Band II des Jahrbuchs »Wałeckie Zeszyty Muzealne« erschien, berichtet anhand überlieferter Akten von dem Projekt. Der vorliegende zweite Teil behandelt die Entwicklung bis 1938.

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Heinrich von der Goltz – Starost von Wałcz

Die »Real-Zeitung«, die Johann Gottfried Groß (1703-1786) von 1741 an in Erlangen (und teilweise Augsburg) herausgab, war eine der bekanntesten deutschsprachigen Zeitungen der Zeit. Mit einem unterhaltsamen Mix aus Nachrichten, Kommentaren und Anekdoten erreichte die »Real-Zeitung« zeitweilig die beachtliche Auflage von 18.000 Exemplaren. Wie in Zeitungen damals üblich, brachte Groß auch Nachrufe auf bekannte verstorbene Persönlichkeiten. So gedachte er in der Nummer 39 vom 15. Mai 1765 dem Starosten Heinrich von der Goltz in Wałcz:

Polen. Im April starb der Starost von Walcz oder Krone, in Groß-Pohlen, Heinrich von Goltz, in einem 80.jährigen Alter.

Er war der einige Pohlnische Edelmann Protestantischer Religion, der noch eine Starostey mit Jurisdiction besaß, weil er solche schon vor 1717. hatte, da die Constitiution gemacht wurde, daß kein Protestant mehr Sitz und Stimme auf den Reichs- und Land-Tagen, noch das Recht Landbothe zu werden, oder andere Reichs-Chargen und Starosteyen mit Gerichtsbarkeit haben sollte.

Unter den Kindern dieses Herrn ist sonderlich der Polnische General-Lieutenant, welcher ehehin Gesandter am Königl. Preußischen Hofe gewesen, dann der General-Major bekannt, davon jener zwar die Starostey von Tuchel, dieser aber die von Graudenz besitzet, jedoch beede ohne Gerichtsbarkeit.

Real-Zeitung. Num. 39. Erlang, den 15. May. 1765., Seite 309-310.1Digitalisat der Bayrischen Staatsbibliothek, http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10541337-6.

Tatsächlich war Heinrich von der Goltz bereits am 22. März 1764 im 79. Lebensjahr in Wałcz verstorben.2Friedrich v. d. Goltz: Nachrichten über die Familie der Grafen und Freiherrn von der Goltz, 1. Abtheilung, Strassburg 1885, S. 192. Dass die »Real-Zeitung« seinen Tod um ein Jahr verschob, hatte vermutlich politische Gründe. Schon seit der Regierungszeit des polnischen Königs August Ⅲ. (1696-1763) galt Polen als geschwächt. Nach seinem Tod im September 1763 schlossen Preußen und Russland einen Vertrag, in dem sie offensiv ihre gegenseitigen Interessen im Nachbarland formulierten. Sie einigten sich dabei auch auf die Wahl von Stanislaus II. August Poniatowski zum neuen König, die im September 1764 stattfand. Mit der Übereinkunft von Preußen und Russland war faktisch der ersten Schritt zur Aufteilung Polens im nachfolgenden Jahrzehnt getan.

Erlanger Real-Zeitung für 1765, Titelblatt. Quelle: Bavarikon.

Propagandistisch rechtfertigten sowohl Russland als auch Preußen ihr Engagement in Polen mit der dortigen Verfolgung der Dissidenten. So enthielt der Vertrag vom April 1764 eine Klausel, in der sich Friedrich Ⅱ. von Preußen und Katharina von Russland verpflichteten, die Lutheraner und Reformierten in Polen und Litauen zu schützen und dahin zu wirken, dass diese in jene Rechte eingesetzt würden, die sie in der Vergangenheit besessen hatten. Der Erlanger Zeitungspublizist Groß war seit dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763) ein Bewunderer des preußischen Königs. Er griff daher das Dissidenten-Thema in seiner »Real-Zeitung« begierig auf, wie ein Artikel vom 23. Januar 1765 zeigt, in dem die Situation in Polen mit der in Frankreich verglichen wird:

So gehäßig und widrig auch die steif-catholischen Polacken, bey denen der Clerus ein so groß Pouvoir hat, sich wider die Dißidenten erwiesen haben (denn in Glaubens-Sachen im geringsten anders denken, ist bey diesen Leuten das größte Verbrechen, wie man noch in ienen finstren und unglücklichen Landen wahrnimmt, wo die Inquisitions-Verfolgungen im Gang sind): so gelinde und tractable erzeiget sich heutigs Tags das kluge Frankreich.

Real-Zeitung. Num. 7. Erlang, den 23. Januar. 1765., S. 52.

Die Familie von der Goltz, die in Preußen und Polen zugleich begütert war und in beiden Staaten auch wichtige Funktionen ausübte, zählte zu den bekanntesten protestantischen Familien in Polen. Einige Mitglieder des weitläufigen Familienverbandes korrespondierten zudem seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts mit dem preußischen Königshaus, um Protektion und Unterstützung für die Angehörigen der evangelischen Kirche in Polen zu fordern.3siehe dazu: Theodor Wotschke: Die Verdienste der Familie von der Goltz um die evangelische Kirche in Polen. In: Grenzmärkische Heimatblätter, 10. Jahrgang, Erster Teil, Schneidemühl 1934, S. 61-84. Bei der Zuspitzung der Situation in den Jahren nach 1763 kam ihnen daher eine natürliche Kronzeugenrolle zu. Die Rolle des verfolgten Dissidenten war es wohl auch, der Heinrich von der Goltz seinen verspäteten Nachruf in der »Real-Zeitung« verdankte.

Die Verbindung zu Preußen führt heute noch dazu, dass einige polnische Historiker das historische Wirken der Familie von der Goltz stark negativ akzentuieren. So warf Ludwik Bąk den »Herren von Goltz« im Jahr 1999 »Verrat an der Adelsrepublik« vor, weil sie sich »mit den Feinden Polens« verbündet hätten4Ludwik Bąk: Ziemia Wałecka w dobie reformacji i kontrreformacji w XVI-XVIII w., Szczecin 1999, S. 545. Weiter heißt es bei ihm:

Insgesamt blieb die evangelische Linie der Familie von der Goltz Polen feindlich gesonnen, obwohl einige Mitglieder seit dem 16. Jahrhundert verschiedene Ämter im Deutsch Kroner Land inne hatten. Der Sohn des Feldmarschalls Heinrich von der Goltz war der einzige Starost in Polen, der zugleich Dissident war, ebenso verhielt es sich bei seinem Sohn Georg Wilhelm. […] Der Enkel des Feldmarschalls, der Starost von Deutsch Krone und Tuchel, Georg Wilhelm von der Goltz, war Marschall der dissidentischen Konföderation von Thorn und hielt enge Beziehungen zu den Höfen in Berlin und St. Petersburg. Als einer der Berater Friedrichs II. war er einer ›der Haupturheber der ersten polnischen Teilung‹5Bąk gibt als Quelle für das Zitat F. W. F. Schmitt: Geschichte des Deutsch-Croner Kreises, Thorn 1867, S. 128 an, wo es sich aber nicht findet..

Ludwik Bąk: Ziemia Wałecka w dobie reformacji i kontrreformacji w XVI-XVIII w., Szczecin 1999, S. 214.

Eine gerechtere Einschätzung erlaubt der deutsche Historiker Hans-Jürgen Bömelburg, der 2006 die »gemischten Loyalitäten der Familie von der Goltz/Golcz« untersuchte.6Hans-Jürgen Bömelburg: Grenzgesellschaft und mehrfache Loyalitäten. Die brandenburg-preußisch-polnische Grenze 1656-1772. In: Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung, Band 55, Heft 1, Marburg 2006, S. 56-77. Er kam dabei zu dem Ergebnis, dass die Familie lange Zeit aus ihrer Position im weiten und wenig fixierten Grenzsaum zwischen Brandenburg und Polen wesentliche Vorteile als unentbehrliche Makler und Vermittler gezogen hatte:

[Die Mitglieder der Familie] traten in preußische, dänische, sächsische und russische Dienste und verfolgten dort militärische Karrieren und diplomatische Avancements. Bedingungen für diese Karrieren waren die Mehrsprachigkeit der Familie und gute Kontakte in die verschiedenen Staatsgefüge. Gängig waren auch mehrfache Wechsel in den Dienst verschiedener Staaten und Herrscher.

Bömelburg: Grenzgesellschaft … a. a. O., S. 73.

Mit der Zunahme konfessioneller Spannungen in Polen wurde die Spielräume für die von der Goltz kleiner. Die protestantischen Familie konnten sich auf den großpolnischen Landtagen nicht mehr durchsetzen und auch keine Ämter am Warschauer Hof bekleiden. Die Konversion zum Katholizismus war keine Alternative: Sie hätte den Familienverband gespaltet und den Einfluss nach Brandenburg hin verringert. Letztlich blieb den von der Goltz angesichts der Rekatholisierung Polens keine Wahl als sich für die Rechte der Dissidenten in der Adelsrepublik einzusetzen. Sie taten das vor allem im eigenen Interesse, denn bei nur geringen materiellen Ressourcen hing der Einfluss der Familie eben von einer beidseitig anerkannten Position zwischen Brandenburg und Polen ab.

Bömelburg und Bąk weisen beide daraufhin, dass die Erste Teilung Polens für die von der Goltz einen »gänzlichen Karriereknick« bedeute.7Bömelburg: Grenzgesellschaft … a. a. O., S. 76;Bąk: Ziemia Wałecka … a. a. O., S. 214. Die Familie konnte ihre internationale Politik nicht fortsetzen, verlor jeden Einfluss und zuletzt auch ihre Güter im Deutsch Kroner Land.

Anmerkungen

  • 1
    Digitalisat der Bayrischen Staatsbibliothek, http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10541337-6.
  • 2
    Friedrich v. d. Goltz: Nachrichten über die Familie der Grafen und Freiherrn von der Goltz, 1. Abtheilung, Strassburg 1885, S. 192.
  • 3
    siehe dazu: Theodor Wotschke: Die Verdienste der Familie von der Goltz um die evangelische Kirche in Polen. In: Grenzmärkische Heimatblätter, 10. Jahrgang, Erster Teil, Schneidemühl 1934, S. 61-84.
  • 4
    Ludwik Bąk: Ziemia Wałecka w dobie reformacji i kontrreformacji w XVI-XVIII w., Szczecin 1999, S. 545.
  • 5
    Bąk gibt als Quelle für das Zitat F. W. F. Schmitt: Geschichte des Deutsch-Croner Kreises, Thorn 1867, S. 128 an, wo es sich aber nicht findet.
  • 6
    Hans-Jürgen Bömelburg: Grenzgesellschaft und mehrfache Loyalitäten. Die brandenburg-preußisch-polnische Grenze 1656-1772. In: Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung, Band 55, Heft 1, Marburg 2006, S. 56-77.
  • 7
    Bömelburg: Grenzgesellschaft … a. a. O., S. 76;Bąk: Ziemia Wałecka … a. a. O., S. 214.

Die Apotheke in Tütz 1830-1945

Geschichte einer Apotheke – Teil 3

Apothekenstempel

Teil ❸ ▶︎ Seit 1830 bestand in der Kleinstadt Tütz (heute Tuczno in Polen) eine preußische Apotheke. Von deren Geschichte und ihren oft wechselnden Besitzern berichtet der folgende Beitrag, der erstmals im Jahr 2023 in polnischer Sprache in der Aufsatzsammlung »Z kart historii Tuczna i okolic« erschien. Der vorliegende dritten Teil behandelt die Jahre zwischen 1919 und 1945.

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Die Apotheke in Tütz 1830-1945

Geschichte einer Apotheke – Teil 2

Apothekenstempel

Teil ❷ ▶︎ Seit 1830 bestand in der Kleinstadt Tütz (heute Tuczno in Polen) eine preußische Apotheke. Von deren Geschichte und ihren oft wechselnden Besitzern berichtet der folgende Beitrag, der erstmals im Jahr 2023 in polnischer Sprache in der Aufsatzsammlung »Z kart historii Tuczna i okolic« erschien. Der vorliegende zweiten Teil beginnt mit der Übernahme der Apotheke durch Albert Julius Kempe im April 1890.

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Die Apotheke in Tütz 1830-1945

Geschichte einer Apotheke – Teil 1

Apothekenstempel

Teil ❶ ▶︎ Seit 1830 bestand in der Kleinstadt Tütz (heute Tuczno in Polen) eine preußische Apotheke. Von deren Geschichte und ihren oft wechselnden Besitzern berichtet der folgende Beitrag, der erstmals im Jahr 2023 in polnischer Sprache in der Aufsatzsammlung »Z kart historii Tuczna i okolic« erschien. Im vorliegenden ersten Teil wird die Zeit bis ins Jahr 1890 behandelt.

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Ryszard Walczak und Alois Rump

Ein Brief aus dem Jahr 1986

Der Nachlass von Alois Rump (1927-1994)1Heute im Besitz von Ursula Koltermann, Overath, der ich für die Einsicht danke. enthält einen Brief aus dem Jahr 1986, den ich im Folgenden ungekürzt wiedergebe. Verfasser und Absender ist der polnische Historiker Dr. Ryszard Walczak (1931-1989), der ihn bei einem Studienaufenthalt in Westberlin in deutscher Sprache auf einer Schreibmaschine tippte.

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Anmerkungen

  • 1
    Heute im Besitz von Ursula Koltermann, Overath, der ich für die Einsicht danke.

Eine Reise im Jahr 1784

Im Jahr 1772 annektierte der preußische König Friedrich Ⅱ. mit dem Netzedistrikt und Teilen Pomerellens auch das Deutsch Kroner Land. Zwölf Jahre später bereiste Karl Heinrich Oesterlein (1758-1816) die neu erworbenen Gebiete und berichtete darüber in empfindsamen Briefen an seinen Studienfreund Friedrich Gustav von Schlicht (1758-1832), der sich in Halle auf die juristische Laufbahn vorbereitete. Wie Schlicht trat auch Oesterlein später in den preußischen Staatsdienst ein und wurde zunächst Gerichtssekretär in Riga, dann Kanzleidirektor in seiner Vaterstadt Berlin.

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