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Winner takes it all
April 14, 2018, 5:39 pm CEST Literatur

Buchcover»Wir haben nicht bedacht, dass digitale Märkte nach dem Winner-takes-it-all-Prinzip funktionieren. Das ist in nicht-digitalen Märkten anders.«
»Ein Beispiel?«, fragt Peter.
»Sagen wir, in deiner Straße sind zwei Eisdielen. Diele A ist einen Tick besser. Wo würdest du hingehen?«
»Na, zu Diele A.«
»So denken aber alle. Also ist immer eine riesige Schlange vor Eisdiele A. Manchmal ist sogar deine Lieblingssorte aus, bevor du drankommst. Und Diele B ist wirklich nur minimal schlechter und nicht so voll. Wo würdest du hingehen?«
»Diele B.«
»So verteilt sich die Kundschaft. Weil sich Eis nicht beliebig oft kopieren und an alle Kunden gleichzeitig ausgeben lässt. Ganz im Gegensatz zu …?«
»Digitalen Produkten«, sagt Peter. […]
»Also, aus eben Gesagtem folgt: Selbst wenn sie nur minimal schlechter wäre, gäbe es keinen Grund, die zweitbeste Suchmaschine zu benutzen. Winner takes it all – Loser gets nothing. In der Digitalwirtschaft braucht keiner das zweitbeste Produkt, den zweitbesten Anbieter, das zweitbeste soziale Netzwerk, den zweitbesten Shop, den zweitbesten Comedian, den zweitbesten Sänger.«

Marc-Uwe Kling: Qualityland, Roman, Berlin (Ullstein) 2017
Comments (1)

Kommentare:
Von: Anonym
April 15, 2018, 9:47 am
Und nochmal ein Test
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